Der Feierabend gehört uns!

Statement Syna Nordwestschweiz

Eine Verlängerung der Ladenöffnungszeiten löst kein Problem des Basler Detailhandels, verschlechtert aber die Arbeitsbedingungen der Arbeitnehmenden massiv. Syna ist des-halb gegen den Grossratsbeschluss vom 6. Juni 2018 betreffend Änderung des Gesetzes über öffentliche Ruhetage und Ladenöffnung (RLG) und empfiehlt den Stimmberechtig-ten, am 25. November 2018 dazu ein Nein in die Urne zu legen.

Der Basler Detailhandel befindet sich seit längerer Zeit unter Druck. Grund dafür sind verschiedene Probleme:

1. Einkaufstourismus

Ein bedeutender Teil der Basler Bevölkerung kauft heute in Deutschland und Frankreich ein. Auch bei einem schlechten Euro-Wechselkurs sind die Preise dort immer noch meistens tiefer als in der Schweiz. Das Einkaufen im Ausland ist deshalb für viele Menschen in Basel Teil ihres normalen Einkaufsverhaltens geworden. Diese Kunden zurückzugewinnen, ist für den Basler Detailhandel deshalb sehr schwierig. Diese Situation ist allerdings nicht neu, sondern besteht schon seit etlichen Jahren, in denen der Basler Detailhandel auch trotz Einkaufstourismus profitabel war.

2. Konzentration

In den letzten Jahrzehnten hat im Schweizer Detailhandel ein stetiger Konzentrationsprozess stattgefunden. Heute beherrschen einige wenige grosse Player mehr oder weniger den ganzen Markt. Der Wunsch nach immer höheren Renditen bei den Investoren führt zu immer grösseren Konzernen, gegen die kleinere Geschäften mit hohen Fixkosten keine Chance haben. Dies führt zu einem flächendeckenden „Lädelis-terben“.

3. Immobilienpreise

In Basel sind die Ladenmieten in den letzten Jahren stetig gestiegen, denn die Hausbesitzer wollen immer höhere Renditen. Dies ist auch für profitable Ge-schäfte immer mehr ein Problem. Grossverteiler und internationale Ketten können weni-ger profitabler Standorte querfinanzieren. Für Einzelhandelsgeschäfte besteht diese Möglichkeit nicht. Sie müssen entweder an günstigere Standorte wechseln oder schlies-sen.

4. Onlinehandel

In den letzten zehn Jahren ist der Onlinehandel regelrecht explodiert. Vor allem im Non-Food-Bereich hat er den Detailhandel komplett umgepflügt. Diese Entwick-lung lässt sich nicht mehr rückgängig machen, denn viele Kunden schätzen den beque-men Einkauf im Internet. Die Ladengeschäfte müssen sich deshalb auf die Kunden spe-zialisieren, die sich eine persönliche Beratung beim Einkaufen wünschen.

Keines der genannten Probleme hat in irgendeiner Weise mit den Ladenöffnungszeiten in Basel-Stadt zu tun!

Eine Verlängerung der Ladenöffnungszeiten ist deshalb völlig nutzlos und überflüssig.

Eine Verlängerung der Ladenöffnungszeiten wird vor allen das Personal im Detailhandel ausba-den müssen, das schon heute unter schlechten Arbeitsbedingungen leidet. Zwei Stunden mehr Arbeiten an Samstagen und vor Feiertagen bedeutet für die Arbeitnehmenden im Detailhandel einen massiven Verlust an Lebensqualität und Erholungseffekt. So werden die Mitarbeitenden langfristig krank und die Stellen im Detailhandel noch unattraktiver.

Die Stimmbevölkerung von Basel-Stadt hat eine Verlängerung der Ladenöffnungszeiten schon mehrfach abgelehnt. Weil bestimmte politische Kreise diese Entscheidungen par-tout nicht akzeptieren wollen, gibt es nun schon wieder eine Abstimmung darüber. Mit dieser teuren Zwängerei muss endlich Schluss sein! Deshalb braucht es am 25. Novem-ber 2018 einmal mehr ein deutliches Nein zur Verlängerung der Ladenöffnungszeiten in Basel-Stadt!