Ein Trauerspiel des Neoliberalismus

Statement BastA!

Die Angriffe bürgerlicher Politik auf die Ladenöffnungszeiten nehmen kein Ende, obwohl die Bevölkerung diese immer wieder aus guten Gründen ablehnt. Und wenn die grossen Würfe nicht gelingen, wird es mit Salamitaktik, wie in dieser Vorlage, probiert. Doch ist es vor allem die Zeit am Samstagabend, die den Verkäufer*innen aktuell noch ein wenig Teilhabe am öffentlichen Leben ermöglicht. Und genau diese Stunden will man ihnen nehmen.

Flexibel und prekär

Die Situation des Verkaufspersonals ist trotz Normalarbeitsvertrag schlecht. Nach wie vor sind viele Löhne unter dem, was es in Basel zum Leben braucht. Arbeit auf Abruf und Arbeit in Randstunden gehören zum Berufsalltag und machen die Planung des Privatlebens enorm schwierig.

„Mit einer Verlängerung der Arbeitszeit am Samstag werden Kinobesuche mit Freund*innen oder Grillabende verunmöglicht“, fasst Tonja Zürcher die Auswirkungen der Verlängerung der Ladenöffnungszeiten zusammen. „Viel mehr braucht es für alle mehr Möglichkeiten zur Teilhabe und das heisst nicht nur Zeit, sondern auch vernünftige Löhne“, fordert die Co-Präsidentin von BastA!.

Angriff auf Lebenszeit

Im Kern geht es bei der Ausweitung der Ladenöffnungszeiten nicht einfach um die Schaffung von bedarfsorientierten Konsummöglichkeiten. Diese sind bereits heute gegeben.

„Die stetigen Angriffe zielen darauf ab eine Rund-um-die-Uhr Verfügbarkeit in allen Branchen durchzusetzen.“ erklärt Franziska Stier, Parteisekretärin BastA!. Dieser Angriff auf die Verkäufer*innen ist daher auch ein Angriff auf die Lebenszeit aller. Niemandem ist gedient, wenn sich alle rund um die Uhr für die Erwerbsarbeit zur Verfügung halten müssen.

Verdrängung des Lokalen

Neben einer akuten Verschlechterung der Lebenssituation der Verkäufer*innen haben verlängerte Öffnungszeiten die Verdrängung kleiner Geschäfte, Selbstausbeutung bei Familienbetrieben sowie eine Verödung der Stadt zur Folge. Denn nur die grossen Verteiler können sich die Ausweitung der Öffnungszeiten leisten. Alle wissen, dass diese Entgrenzungen nicht zu mehr Konsum, sondern nur zu Verschiebungen führen. Umso irritierender ist es, dass der Gewerbeverband, der vor allem KMUs vertritt, dem neoliberalen Dogma folgt, das seine Mitglieder langfristig ruiniert.