Keine Praktikant*innen als billige Arbeitskräfte missbrauchen

Statement jgb nordwest

Das jgb setzt sich gegen das geplante Vorhaben des Kantons zur Verlängerung der Ladenöffnungszeiten ein.

Für das Verkaufspersonal bedeuten die geplanten Ausdehnungen der Ladenöffnungszeiten enorme Verschlechterungen, die sie nicht wollen. Ohnehin sind lange Arbeitstage und schlechte Löhne leider allzu oft Realität in dieser Branche.

Neben vielen weiteren, hauptsächlich sozialen und ökonomischen Gründen, steht für das jgb vor allem auch ein feministischer Aspekt im Vordergrund, der zur Ablehnung dieser Vorlage führt: In der Verkaufsbranche arbeiten hauptsächlich Frauen, 20% von ihnen verdienen monatlich weniger als 4000 CHF. Sie gehören damit der sogenannten Working Poor Gruppe an und haben ohnehin meist mit schwierigen Lebenssituationen zu kämpfen.

Hier gilt es, sich einzusetzen und nach einer Verbesserung der Betroffenen zu streben. Dies liesse sich mit fairen Arbeitsbedingungen, einem besseren Lohn und einem gerechteren Arbeitsrecht umsetzen, nicht aber mit der Verlängerung der Öffnungszeiten und Arbeitseinsätzen an Sonn- und Feiertagen. Im Zentrum muss die Lebensqualität stehen, die sich aus Gesundheit und der Vereinbarkeit von Berufs-, Sozial- und Familienleben zusammensetzt.